Konsolen Emulator

Emulatoren haben mich immer schon fasziniert. Es ist für mich jedesmal ein magischer Moment, wenn sich in einem Programmfenster ein Spiel aus längst vergangenen Tagen starten lässt. Meistens sind das schon sehr alte Systeme wie ein Super Nintendo oder Sega Mega Drive. Aber was mich wirklich überrascht hat: Mittlerweile gibt es funktionierende Emulatoren für die PlayStation 2, GameCube, Dreamcast und sogar die Nintendo Wii.

PlayStation 2 Emulator

Zurückblickend ist nach der XBOX 360 und vor dem Super Nintendo definitiv die PlayStation 2 meine Lieblingskonsole gewesen. Obwohl ich alte Konsolen im Zuge von “Verschlichter Dich” schnell aus der Wohnung verbanne, bleiben immer noch ein paar dieser Spiele im Schrank übrig. So zusagen die Essenz der entsprechenden Titel. Das sind bei mir Final Fantasy X, Kingdom Hearts , Kingdom Hearts II und natürlich ICO und Shadow of the Colossus. Den ganzen Rest der PlayStation 2 Spiele besitze ich nicht mehr. Um so schöner ist es, dass es scheinbar einen sehr guten PlayStation 2 Emulator namens PCSX2 gibt um mal wieder in die Spiele reinzuschauen.

PCSX2 läuft auf meinem MBP 2011 (2.2Ghz i7) perfekt – zumindest unter Bootcamp mit Windows 7. Dabei kann man dann auch die Auflösung auf ein vielfaches des früher technisch möglichen Wertes hochdrehen. Das Ergebnis ist vor allem bei Final Fantasy X und Kingdom Hearts verblüffend gut. Leider habe ich es nicht hinbekommen auch Shadow of the Colosus ruckelfrei zum Laufen zu bekommen. Leider zeigt auch Kingdom Hearts bei einigen Effekten Slowdowns die aber die Spielbarkeit nicht wirklich beeinträchtigen. Wirklich flüssig in hohen Auflösungen läuft eigentlich nur Final Fantasy X bei dem man auch mal die Emulationsgeschwindigkeit ohne Framedrops auf über 300% stellen kann um z.B. bekannte Passagen schnell zu übersringen.

Final Fantasy X kann man zur Not auch mit dem Keyboard spielen. Wenn man es aber ernst meint, dann kann ich das XBOX 360 Pad mit dem Wireless Adapter für Windows empfehlen. Das funktioniert mit einem speziellen Treiber unter MacOSX genau so gut wie unter Windows.

Wer einen schnellen Computer zu Hause hat und seine alten PlayStation 2 Klassiker Spiele mal in HD sehen möchte, der sollte dem ganzen wirklich mal eine Chance geben. Wer einen Mac besitzt kann direkt auf einen Mac-Port zurückgreifen. Da die Windowsversion aber gefühlt mindestens doppelt zu gut läuft, kommt man um Bootcamp auf Dauer nicht herum.

Dreamcast Emulator

Erstaunlicherweise gibt es einen funktionsfähigen Emulator für die wohl interessanteste Hardware in dieser Aufzählung: die Sega Dreamcast. Shenmue ist das erste und ihn Ermangelung an Alternativen auch das einzige Spiel, dass ich ausprobiert habe. Es ist auch nebenbei ein echtes Unding, dass ich über dieses Spiel noch nie wirklich eingehend geschrieben habe. Aber das kann ich ja nun vielleicht bald nachholen. Auf dem MBP unter Windows 7 läuft das Spiel im Dreamcast Emulator nullDC jedenfalls absolut flüssig und lässt mich dabei auch auch hohe Auflösungen und sogar einen Widescreen-Modus, den es auf der Dreamcast nie gab, auswählen.

Leider fehlt dem Emulator die Funktion von Savestats. Dadurch ist man auf das Abspeichern von Spielständen im Spiel seber angewiesen was z.B. bei Shenmue 1 ein absolutes Desaster ist. Aber hatte ich kaum Grafikfehler und keine Abstürze bei meiner Zeit mit dem Emulator entdecken können.

Wii bzw. GameCube Emulator

Mich interessiert die Nintendo Wii auch emuliert nicht besonders. Trotzdem muss ich natürlich zugeben, dass Mario Galaxy einen gewissen ästhetischen Charme besitzt. Aber eine Wii ist im Kern auch ein GameCube und somit unterstützt der Wii Emulator namens Dolphin auch GameCube Spiele wie Super Mario Sunshine oder auch Zelda – The Windwaker.

Der Vorteil beim Emulieren von GameCube Spielen ist vor allem, dass sie geringere Anforderungen an den Emulator und somit auch an das System stellen. Super Mario Galaxy war bei mir erst mit einem Frameskip von 2 einigermaßen spielbar während Mario Sunshine schon ohne Frameskips immer gut lief. Super Mario Sunshine ist wirklich gut in höheren Auflösungen und auch mit dem XBOX 360 Gamepad spielbar. Von allen hier vorgestellten Emulatoren ist Dolphin sicherlich der am komfortabelsten zu Bedienende. Eine große Community und eine gute Dokumentation machen wirklich Spaß – wenn man denn auf die Wii-Spiele steht. In dem Fall kann man sich dann auch eine echte Wiimote zulegen und diese dann mit einem BlueTooth-Adapter direkt am PC-Benutzen. Diese Art der Verbindung habe ich damals auch bei meinem Video zum Artikel “Egoshooter-Steuerung auf der Wii” benutzt. Jedoch klappt die Steuerung mit einem XBOX360 Joypad überraschend gut. Man legt einfach die Wiimote-Steuerung auf den zweiten Analogstick.

Leider bewegt sich die Performance der Version für MacOSX deutlich hinter der Windows-Version. Zum Ausprobieren reicht es absolut aber wer länger spielen will, der wird zum Bootcamp auf seinem Mac gezwungen.

Fazit

Zu allen Emulatoren muss man sagen, dass sie noch nicht die Einfachheit und Komfort eines PlayStation 1 oder Super Nintendo Emulators erreichen. Es gibt viele spielspezifische Konfigurationsmöglichkeiten und man ist definitiv eine Weile mit Rumfrickeleien beschäftigt bis man ein Spiel, egal auf welchem der drei Systeme, spielbar auf seinem Bildschirm sieht. Belohnt wird man bei allen dreien mit einer deutlich besseren Grafik als auf der ursprünglichen Hardware. Das Blog Dead End Thrills, dessen Namen ich mir niemals merken werde, benutzt diese Emulatoren regelmäßig um wunderschöne High-Definition Galerien zu erstellen. Alle Screenshots in diesem Artikel sind übrigens auf einem MBP mit Bootcamp entstanden.

Dann bemerkt man doch die Unzulänglichkeiten:  hier und da einen kleinen Slowdown, das Spiel stürzt ohne Vorwarnung bei einer Zwischensequenz ab oder man findet auf dem systemfremden Joypad die Taste nicht so schnell und guckt sich den Game Over-Screen an. Dann weiß ich plötzlich wieder, warum ich so gerne auf den Konsolen spiele: es funktioniert einfach – ohne Rumfrickeleien.