Int. Summer Academy Laas

Geschrieben von Marc Tönsing am 4 Kommentare

Nachdem Fabio Magnifco und ich des öfteren für Studierende aus ganz Europa Videoworkshops im Rahmen der Int. Academies von Klaus-Ove Kahrmann solche Video-Workshops angeboten haben wurde diesmal der Veranstaltungsort auf einen besonders schönen Flecken außerhalb von Deutschland verlegt.

Der Ort Laas von einem der umliegenden Berge aus gesehen

Und zwar waren wir diesmal im malerische Laas in Südtirol in der Nähe von Bozen das inmitten eines wunderschönen Tales liegt. Bei diesem Workshop werden die wichtigsten Kenntnisse und Kompetenzen im Bereich der Kurzfilmproduktion erworben. Vermittelt werden zunächst die Grundlagen der Filmsprache. Nach der Einweisung in das Kamera-Equipment beginnt die praktische Arbeit. Die komplette Gruppe der Teilnehmer beschäftigen sich mit der Produktion nur eines Kurzfilmes. Dies setzt eine gute Zusammenarbeit im Team zwingend voraus. Dazu gehört auch das gemeinsame Erlernen der Ton- und Lichttechnik, das Umbauen der Kamera so wie generelle Aufgaben am Set. Nach der Filmproduktion stehen den Teilnehmern Computer mit Schnittprogrammen zur Verfügung. Durch eine gezielte Schulung erlernen sie schnell die Grundlagen des Filmschnittes. Dazu gehört die Vertonung genau so wie der bewusste Einsatz von Bildsprache und Farbkomposition.

Das Drehen mit Kinder nicht gerade leichtDas Drehen mit Kinder ist nicht gerade leicht

Das komplizierte bei diesen Workshops ist wie so oft die Ideenfindung für den Film. Schon bei der Summer Academy in Scheersberg 2007 hat sich die Gruppe fast gestritten und für zwei ganze Tage der knapp bemessenen Woche ist man nur damit beschäftigt zu diskutieren. Am Ende passiert meistens das selbe: Die Gruppe ist verzweifelt und man nimmt relativ spontan die nächstbeste Idee die allen halbwegs gefällt. Leider vergisst man leicht dabei, dass diese Idee nicht unbedingt funktioniert als Film. Das merkt man dann im worst-case nicht schon bei der Erstellung des Storyboards das solche Probleme schon im Vorfeld abfangen sollte sondern erst im Schnittraum.

Die schöne Kulisse trügt – wir haben ein Problem

In unserem Fall hatten wir gleich zwei Mal Pech: Wir haben mit Kinder gedreht. Ich habe das persönlich komplett unterschätzt. Kindern kann man anderes als Erwachsenen nicht direkt sagen, was die machen sollen und außerdem muss man stetig darauf achten, dass die Spaß an der Sache haben. Sonst ist es eine Quälerei für für die Kinder – und auch für das gesamte Team wenn die Kinder genervt sind. Zusätzlich hatten wir ein klassisches Problem mit der Kamera: Sie hatte scheinbar einen defekt oder Wackelkontakt am Mikrofon und somit war der gesamte Ton nicht zu gebrauchen. Das alles hätte schon gereicht um nach 4 Tagen Planung, Produktion und Arbeit zu entscheiden, dass man gemeinsam einen neuen Film dreht. Doch zusätzlich funktionierte die von uns erdachte Story als Film nicht wirklich. Und so entschiedene wir gemeinsam, dass ein neuer Film mit einer neuen Thematik erdacht werden musste der vor allem eine Eigenschaft aufweisen sollte: Er muss in 2½ Tagen erdacht, produziert und geschnitten werden.

Die Dreharbeiten gehen in die zweite RundeDie Dreharbeiten gehen in die zweite Runde

Das Ergebnis ist in meinen Augen in Anbetracht der Zeit wirklich sehenswert. Auch wenn ich mich mal wieder vor der Kamera absolut lächerlich mache und der Inhalt des Film bei meiner Freundin nicht gerade für Erheiterung gesorgt hat, kann glaube ich jeder im Team mit dem Film leben. Die gesamte Woche hat uns alle wahrscheinlich sehr viele Nerven gekostet. Trotzdem hat es wirklich viel Spaß gemacht und ich freue mich, dass ich neben Fabio Magnifico als Leiter mitfahren durfte. Beim nächsten Mal wäre es vielleicht ratsam eine Idee für den Film schon vorher zu entwickeln die dann mit den Möglichkeiten der Filmtechnik von der Gruppe filmisch interpretiert wird.

Landart: Kalk und viel ArbeitLandart: Kalk und viel Arbeit

Meine Freundin war dieses Mal auch Teilnehmerin aber hat sich bewusst nicht für den Videoworkshop gemeldet. Denn es ist ohnehin schon eine sehr stressige Angelegenheit gemeinsam dort in einem Hotel-Zimmer zu wohnen wenn man den ganzen Tag von Leuten umgeben ist und nur am rotieren ist. Es gab die Wahl zwischen Malerei, Plastik (Bildhauerei), Glasgestaltung, Musik und Landart. Sie hat sich für den Workshop »Landart« entschieden. Was man auf dem Bild oben sieht stammt von ihr und einer anderen Teilnehmerin des Landart-Workshops. Die beiden Wir und die beiden haben die Kalksäcke auf diesen steilen Berg getragen und dann wurde begonnen der Innenraum der Bergbahnschienen mit einer Kalkschicht zu überziehen. Das Ergebnis konnte man noch aus weiter Ferne bewundern. Vielen Dank an Tobias für die schönen Fotos.

Machoplast – Country Edition v2