Goodbye Dreamcast

Geschrieben von Marc Tönsing am 8 Kommentare
Sega Dreamcast

Tschüss Sega Dreamcast. Denn es ist immer das gleiche: Man kauft eine Konsole und irgendwann kommt der Tag an dem sie dann vollständig überholt in einer Platiktüte mit Controllern, Memorycards und den Kabeln landet, weil man bessere Geräte unter dem Fernseher stehen hat. Diesmal traf es Segas letzte Konsole: Die Dreamcast.

Friedhof einer jeden Konsole.Friedhof einer jeden Konsole.

Und wenn dann die Konsole das Haus verlässt, denkt man natürlich an die guten Zeiten, die man mit ihr hatte: Shenmue 2, Soul Calibur, Grandia 2, Skies of Arcadia, REZ, Virtua Tennis 2… Das waren alles super Spiele zu einer Zeit, als die PlayStation 2 nicht unbedingt dem viel entgegen zu setzten hatte. Besonders Soul Calibur und Shenmue 2 sind spielerisch und grafisch noch heute wirklich absolut beeindruckend.

Namcos Soul Calibur GD-ROM. Ein Meisterwerk.Namcos Soul Calibur GD-ROM. Ein Meisterwerk.

Wirklich schade, dass die Ära der Dreamcast zu Ende gehen musste. Zwar werden hier und da in Japan noch ein paar Spiele released wie das wirklich gute Ikaruga. Zu dem Tod der Konsole im Jahre 2001 hat bestimmt auch der schlechte Kopierschutz beigetragen. Seiten wie f-cksega oder das damals aufblühende eDonkey-Netzwerk machten es ziemlich leicht, dafür Kopien zu bekommen.

Die meiner Meinung nach besten Spiele für die Dreamcast: Shenmue 1 und 2, Soul Calibur, Grandia 2, Sonic Adventure 2, Skies of Arcadia, REZ, Virtua Tennis, Daytona USA 2001, das LightGun-Spiel The House of the Dead 2 und Resident Evil: Code Veronica.

 

Das sah irgendwie schon ziemlich cool aus. Das sah irgendwie schon ziemlich cool aus.

Was der kleine, graue Kasten aber wirklich damals allen anderen Konsolen vorraus hatte, war die Möglichkeit damit relativ einfach über das eingebaute 33.6er-Modem online zu gehen. Der sogenannte DreamKey. Das war einerseits die Software um die Dreamcast für das Internet fit zu machen und gleichzeitig ein vollwertiger Browser der sogar Flash konnte. Man bekam gratis so eine coole [Mein_Nickname]@dreamcast.com-eMail-Adresse und mit dem Keyboard und der Maus die es als Peripherie zu kaufen gab. Freaks hatten den Breitbandadapter und den US-Browser um am Router zu spielen. Warum hatte ich das nicht?!

Natürlich unterstützen die Spiele dieses Feature. Daytona USA 2001 online auf irgendwelchen japanischen Servern war schon ein Erlebnis. Das erste MMORPG auf einer Konsole war dann auch gleich zu haben: Phantasy Star Online.

Außerdem habe ich auf der Dreamcast mein erstes Dance Dance Revolution gespielt nachdem ich mir zusammen in meiner Zivizeit zusammen mit Lukas die Tanzmatten bestellt hatte. Außerdem haben die Lightguns zusammen mit House of the Dead 2 und Confidental Mission wirklich kurzweilig für viel Laune gesorgt.

Die Virtual Memory Unit und der hässliche Controller.Die Virtual Memory Unit und der hässliche Controller.

Ein anderes witzges Detail war die MemoryCard. Sie war wenn man sie aus dem Controller herrausnahm ein MiniGameBoy der mit einer Knopfzelle betrieben wurde. So konnte man nicht nur unterwegs seine Savegames verwalten ( wer hat nicht schon immer davon geträumt ) sondern manche Spiele wie Skies of Arcadia luden Minispiele auf das kleine Ding die dann wenn man sie denn nun wirklich auf dem 48×32 Pixel-Display spielen wollte, das Hautspiel beeinflussten. Wenn das kleine Ding aber im Controller steckte, wurden darauf dann wie z.B. bei Resident Evil: Code Veronica die Lebensenergie angezeigt. Leider wurde diese gute Idee kaum genutzt. Gott sei dank muss meine Dreamcast nicht auf dem Dachboden verschimmeln denn jemand hat sich ihrer angenommen: Nicole. Wie ich hörte, ist sie in ihrer WG auch schon freundlich aufgenommen worden.

I have a DreamcastI have a Dream…cast

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