
Die lächelt uns zuckersüß ins Gesicht und scheint auf den ersten Blick absolut unschuldig. Wieso sollte der Asta der Universität Bielefeld nun etwas gegen sie haben? Vielleicht sind ein paar Leuten die Plakate aufgefallen, die zusammen mit einem Sonnenstudio Werbung für die LOOK IN!, eine Firmenkontaktmesse machen, die von den Hochschulgruppen der Wirts.-Ing. und Wirt-Inform. der Uni Paderborn organisiert wird. Doch der Asta der Uni Bielefeld fand das anscheinend gar nicht lustig.

Unsere Unihalle sieht so schon schlimm aus.
»Sexistisch« oder »herabwürdigend«. Das und vieles mehr soll der AStA angeblich laut meinem Informationsstand den verantwortlichen Hochschulgruppen der Uni Paderborn in einem offenem Brief geschrieben haben. Das hatte natürlich zur Folge, dass die Leute nicht nur in der Uni Bielefeld sondern auch in der Uni Paderborn alle Plakate entfernen mussten.
Außerdem soll das Plakat vorher per eMail angekündigt und von den Leuten hier an der Uni abgesegnet worden sein.
Der geneigte Leser möge sich hier selber ein Bild des Plakates machen:

Wären wenigstens Brüste zu sehen könnte man es ja vielleicht verstehen…
So, nun gucken wir uns mal unsere ›schöne‹ Unihalle an.
War der AStA nicht dafür, was sich völlig meinem Verständis entzieht, dass die selbstgemalten und absolut hässlichen Plakate von irgendwelchen Veranstaltungen immer noch per Hand gemalt werden können und auch nach wie vor aufgehängt werden dürfen? Das sieht nicht nur verkommen und vorsintflutlich aus, sondern fördert auch nicht gerade die Übersicht.
Mein Vorschlag: Ein Beamer im Foyer, der wie der Bildschirm auf dem Jahnplatz die Infos digital und stilvoll rüberbringt damit die Zettelwirtschaft endlich ein Ende hat:
Sieht so eine moderne Unihalle im Jahre 2005 aus?
Und wenn dann mal Leute wirklich etwas ausgefallenes machen, dann ist es dem Asta zu sexistisch und machen gleich so eine Welle? Für meine Begriffe ist das Plakat absolut im Rahmen. Die Mädels wurden ja nicht gezwungen sich vor der Kamera zu räkeln. Gut, der Kontext ist vielleicht nicht ganz passend gewählt aber so oder so ein eye-catcher der funktioniert. Ich finde das absolut lächerlich wenn Leute sich wegen solchem Material künstlich aufregen.
Dann frage ich mich aber wirklich, warum so etwas dann toleriert wird:
Hängt vor dem Schwulen und Lesbenreferat bei uns mitten in der Uni-Halle.
du kannst dir dein gesundes volksempfinden gepflegt in die perze schieben.
warum?
weil du vor mir keine angst haben musst – aber ich vor dir.
warum fragt ihr das schwulenreferat nicht einfach nach der geschichte des plakats? -> schwur@schwur.net
warum ist es illegitim, dass der asta der unibi eine frage stellt?
von “zensur” stand nirgendwo was…
anscheindend ist sie ja interessant genug gewesen, dass man sich darüber in den abstrusesten visionen auslassen kann – und sogar bei den verfasserInnen zu nachdenken geführt hat.
die diskussion zur hallenästhetik ist eine vollständig andere fragestellung:
http://www.asta-bielefeld.de
-> history
-> startseiten-history
-> 22.07.05 “hallenumbau?!”
aber wahrscheinlich hat das alles zu viele buchstaben und die indidividuelle weltformel passt dann nicht in eine bild-zeitung.
ps: was auch immer “die wirklich wichtigen” dinge sein sollen, ist mir nach einigen ausführungen ein rätsel.
So langsam wäre an dieser Stelle ein live-chat nicht schlecht. =)
Durch die ganzen “Kommentar kommentiert Kommentar” blickt ja bald keiner mehr durch.
Beim Thema Hallenästhetik muss ich Dir rechtgeben. Das hat mit dem eigentlichen Aufmacher nichts zu tun.
Aber: Auch wenn das Blow-Job-Plakat noch so eine schöne Geschichte hat, darum gehts nicht. Es geht auch nicht darum, dass dort Schwule abgebildet sind. Es ist einfach pornografisch. Das wäre es auch mit einem Hetero-Pärchen gewesen. Und so gesehen hat es einfach keine Daseinsberechtigung an öffentlichen Plätzen. Auf das Thema AIDS kann man auch anders aufmerksam machen.
noch was: eine frage, die ebenfalls noch aufkommt, wenn man die argumentation
“der sponsor ist halt ein sonnensstudio, da haben die leute eben nix an” hört…
wie weit kann ein sponsor eigentlich in ein konzept eingreifen? kann man das vielleicht einfach komplett kaufen?
ich bin ja schon gespannt auf die erste berufsfindungsmesse, die vom lokalen grossbordell “gesponsort” wird. wie das plakat dann wohl aussieht.
ich finde ja jegliche kommerzielle Werbung, die sich nicht direkt auf die Uni bezieht, sollte verboten sein. so stört mich besonders dieses riesen coca cola plakat in der mensa das man schon von der brücke aus sehen kann. es sollten nur veranstaltungen und dingen von studenten beworben werden dürfen. die uni darf nicht entgültig zur innenstadt verkommen. gegen selbstgemalte plakate hab ich überhaupt nichts da erfährt man doch sehr einfach was so läuft
Ich erinnere mich noch gut an die Wochen nach dem 11. September 2001, als eine Gruppe von Studierenden Wache halten musste, damit ein Plakat nicht abgerissen wurde, dass sagte:
Solidarität mit unseren amerikanischen Freunden.
Es war eine Zeit, in der man wirklich Solidarität mit ihnen empfinden konnte. Trotzdem wurde das Plakat abgerissen, in einem unbewachten Moment. An einem Sonntag nachmittag, ich habe es zufällig gesehen. Es ereignete sich folgende Szene:
Zwei Frauen gingen hin, entfernten die Klebestreifen und knüllten das Plakat zusammen. Dann gingen sie in das FrauenLesbenReferat.
Die Studierenden suchten das Referat kurz nachher auf. Man hatte sie auf die Frauen hingewiesen. Die reagierten harsch auf die Nachfrage. Das Plakat sei “nicht angemeldet” gewesen. Aha, da wurde man plötzlich ganz legalistisch.
Mich hat die Aktion ziemlich traurig gemacht. Und wütend. Denn es sind nicht immer Mehrheitsmeinungen, die da in großen Lettern preisgegeben werden. Und wie intolerant man auf eine andere Stimme reagiert hat. Wirklich traurig.